Schuhe
Designprodukt, Alltagsding,
Forschungsgegenstand

Ausgangspunkt und Anlass der Tagung ist ein Forschungsprojekt an der Zürcher Hochschule der Künste zu Schuhen der Firma Bally. Unter dem Titel «Vielfalt vs. Mangel» geht es um gestalterische und wirtschaftliche Herausforderungen in der schweizerischen Schuhindustrie von 1930 bis 1950. Die Tagung stellt Erkenntnisse zum Forschungsgegenstand Schuh, zur Bedeutung von Unternehmensarchiven sowie Fragen zur Designgeschichte des erwähnten Zeitraums zur Diskussion.

Vielfalt
Schuhe wurden im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts vom Gebrauchsgegen­stand zum modischen Produkt. Die mit der Industrialisierung einsetzende Differenzierung der Bekleidung erreichte nun auch die Schuhproduktion. Neben einer funktionalen Spezialisierung – vor allem im Bereich der Arbeits- und Sport­schuhe – ist eine Ausdifferenzierung im modischen Segment zu beobachten, die sowohl für Frauen als auch, in geringerem Ausmass, für Männer zahlreiche neue Typen generierte. Welche neuen Formen entstanden in diesem Zeitraum? Welche Materialien wurden warum eingesetzt?

Stellenwert des Designs
Designer wie Salvatore Ferragamo, Roger Vivier und Andre Perugia, Firmen wie Bally und Bata entwarfen und produzierten eine Vielzahl an Produkten in neuen Formen, Farben und Materialien, was Schuhe innerhalb der Bekleidungsindustrie zu einem bedeutenden Wachstumsfaktor machte. Welche Handschrift zeichnet einen Designer, wie etwa Roger Vivier aus? Welche Rolle spielen Designerinnen oder Designer in der industriellen Schuhproduktion? Wie verschränkten sich wirtschaftliche Entscheidungen mit modischen Entwicklungen?

Krieg und Design
Mit dem Beginn des Zweiten Weltkriegs und der damit einsetzenden Material­knappheit geriet der Schuh auch zu einem politischen Gegenstand. Weit­reichende wirtschaftliche Verbindungen wurden unsicher oder ganz unterbrochen, was nicht nur nach gesetzgeberischen Massnahmen für die angemessene Versorgung der Bevölkerung verlangte, sondern auch exportwirtschaftliche Aspekte berührte. Inwieweit wurde der Mangel, vor allem an Leder, zum Ausgangs­punkt von technischen und gestalterischen Innovationen? Wie wurden die neuen Produkte von Konsumentinnen und Konsumenten rezipiert? Wie lassen sich die schweizerischen Entwicklungen mit denen im nationalsozialistischen Deutschland und anderen Ländern ins Verhältnis setzen?

Unternehmensarchive
In Archiven, wie dem der Firma Bally, finden sich nicht nur Produktmuster aus über hundert Jahren, sondern auch Akten, Werbematerial und viele andere Artefakte. Wie lassen sich diese historischen Schätze wissenschaftlich bearbeiten und einer interessierten Öffentlichkeit zugänglich machen? Wie gehen andere Firmenarchive mit Beständen aus demselben Zeitraum um?

Konzept und Organisation

Konzept und Organisation
Anna-Brigitte Schlittler und Katharina Tietze, Style & Design, Departement Design, Zürcher Hochschule der Künste. Eine Kooperation des Institute for Cultural Studies in the Arts mit dem Institut für Designforschung, gefördert durch den Schweizerischen Nationalfonds

Donnerstag, 6. November 2014

10.00

Führung durch die Ausstellung «Fashion Talks», von Bitten Stetter, Co-Kuratorin, Gewerbemuseum Winterthur.

11.00

Führung durch die Ausstellung «Die Krawatte» von Joya Indermühle, Co-Kuratorin, Landesmuseum Zürich. (Für die Teilnahme an einer der beiden Führungen bitte per Mail unter .)

Mode und Glamour

13.30 – 14.00

Begrüssung: Anna-Brigitte Schlittler und Katharina Tietze, Zürcher Hochschule der Künste
Grusswort: Erhard Schwendimann, Managing Director Retail Europe, Bally

14.00 – 14.45

Patricia Mears, Fashion Institute of Technology, New York: Elegance in the Age of Crisis: Fashions of the 1930s

14.45 – 15.30

Martin Kamer, Zug:
«Lydia de Acosta Lydig’s Shoes by Pietro Yantorny»

16.00 – 16.45

Katharina Tietze, Zürcher Hochschule der Künste:
Schönenwerd – New York. Abendschuhe in den 1930er Jahren

16.45 – 17.30

Birgit Haase, Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg:
«Walking in Crocodile» – Modische Damenschuhe aus Reptilleder

17.30 – 18.15

Gertrud Lehnert, Universität Potsdam:
Luxus – Positionen und Konzepte

Freitag, 7. November 2014
Bally und der Markt

10.00 – 10.45

Roman Wild, Universität Zürich:
«Frau Mode spielt auf!» Überlegungen zu modischen Sprachbildern und Diskursen in der Schweiz, 1918–1948

10.45 – 11.30

Adelheid Rasche, Lipperheidesche Kostümbibliothek Berlin: Tradition und Aktualität – Bally Werbeplakate

11.30 – 12.15

Tobias Ehrenbold, Basel:
Sneakers und Folklore: Batas Werbe­kampagne für die «einzige Schweizer Gummischuhfabrik»

Mittagspause

Unternehmensarchive

13.30 – 14.00

Daniel Nerlich, ETH Zürich:
Wirtschaftsarchive in der Schweiz

14.00 – 15.00

Workshop 1: Unternehmensarchive – Chancen und Probleme

Input-Referat: Christoph Schön, Hanro-Archiv, Liestal

Workshop 2: Archiv und Museum
Input-Referat: Tido von Oppeln, Werkbundarchiv-Museum der Dinge, Berlin

Workshop 3: Archiv und Forschung
Input-Referat: Alexis Schwarzenbach, Hochschule Luzern

Schuhdesign

15.30 – 16.15

Rosita Nenno, Deutsches Ledermuseum Offenbach:
Roger Vivier und der Modelldienst der Laboremus, Paris – Die Eroberung des nordamerikanischen Marktes in den 1930ern

16.15 – 17.00

Stefan Rechsteiner und Patrick Rüegg, Velt, Berlin:
Denkstrukturen für eine neue Vielfalt an Herrenschuhen

17.00 – 17.45

Alexandra Murray-Leslie, University of Technology, Sydney: BIPEDShoes: computational footwear as tools for the feet

Samstag, 8. November 2014
Schuhe und Krieg

09.00 – 09.45

Kerstin Kraft, Universität Paderborn:
Alltags(schuh)moden der 1930er und 1940er Jahre

09.45 – 10.30

Elizabeth Semmelhack, Bata Shoe Museum, Toronto: Accessories of War: Gender Politics and Platforms during World War II

11.00 – 11.45

Anna-Brigitte Schlittler, Zürcher Hochschule der Künste:
«Isch das Fräulein ächt au blind?»

11.45 – 12.30

Anne Sudrow, Zentrum für Zeithistorische Forschung, Potsdam: Mode als Wissensproblem in den europäischen Schuh­unternehmen der Zwischenkriegszeit

Mittagspause

Stil und Funktion

13.30 – 14.15

Maria Spitz, Draiflessen Collection, Mettingen:
Der sportlich-elegant gekleidete Herr der 1930er Jahre

14.15 – 15.00

Nike Breyer, Marburg:
«Tragen Sie nur gute Lederschuhe, die der Form der Füsse entsprechen.» Schweizer Initiativen zur Förderung der Fussgesundheit 1937, 1858

15.00 – 15.45

Daniel Späti, Zürcher Hochschule der Künste:
«Funktionale» Schuhe – die Entwicklung der Gebrauchsschuhe, deren Ausdifferenzierung und die Schnittstellen zur Mode

16.15 – 17.00

Ursula Helg, Freie Universität Berlin:
Dem Anderen auf die Füsse geschaut. Barfusssehnsucht versus Designerschuhbluff. Zwei Fiktionen der Moderne und ihre (transkulturelle) Verflechtung

17.00 – 17.45

Christopher Breward, Edinburgh College of Art:
Men’s Footwear and Modernity

Christopher Breward
Men’s Footwear and Modernity

This paper focuses on debates around masculinity, fashion and identity explored in Breward’s essay of the same title in Riello & MacNeil’s book ‘Shoes’ of 2006. Addressing debates around mass production, technology, hygiene and social class prevalent in the late nineteenth and early twentieth century, it seeks a context in which the development of the idea of the classic man’s shoe can be understood. The final section of the presentation addresses some related but dialectical issues with respect to the rise and fall of men’s heels in European fashion history from the seventeenth century to the present. Prepared for publication in the catalogue accompanying the forthcoming exhibition on fashionable shoes to be held at the Victoria & Albert Museum, London, in 2015, it challenges the dominant historiography and looks to explain style change through questions of function, politics and style.

 

Nike U. Breyer
«Tragen Sie nur gute Lederschuhe, die der Form der Füsse entsprechen».
Schweizer Initiativen zur Förderung der Fussgesundheit 1937, 1858

Die «Eidgenössische Fachkommission für das Schuhmachergewerbe»regte 1937 eine «grössere Aktion zur Aufklärung des Publikums über die Notwendigkeit der Gesunderhaltung der Füsse durch das Tragen von zweckmässigem Schuhwerk» an. Mit einem Kredit von 14‘000 Franken durch das Militärdepartement konnte die breit angelegte Aktion verwirklicht werden. Sie umfasste den 40-minütigen «Aufklärungsfilm zur Förderung der Fussgesundheit» der als Beiprogramm in 200 Schweizer Lichtspieltheatern aufs Programm gesetzt wurde, den Stummfilm «Im gleichen Schritt und Tritt», der in den Kasernen vorgeführt wurde, und die Wanderausstellung «Jedermann gut zu Fuss», die durch die grösseren Gewerbemuseen der Schweiz tourte.
Soweit es sich aus der schmalen Quellenbasis (Bundesarchiv) rekonstruieren lässt, entsprang diese staatlich geförderte Initiative einer Mischmotivation. Zum einen sollte der einbrechende Konsum von Schweizer Qualitätsschuhen und hochwertiger Reparatur belebt und das Schuhmacherhandwerk gegen ausländische Billigkonkurrenz, etwa Bata, gestärkt werden. Zum anderen sollten «Volksgesundheit» und «Marschtüchtigkeit» (der Schweizer Armee) verbessert werden. Beide Zielsetzungen haben in der Schweiz Tradition. Sie lassen sich bereits siebzig Jahre zuvor im Prozess der historischen «Schuhreform» erkennen, in deren Folge in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Fussbekleidung neu konzipiert wurde. Auch damals reformierte man vorrangig das Militärschuhwerk. Befördert durch neue Vorstellungen von Hygiene, Zweckmässigkeit und Körperlichkeit, erfuhr jedoch auch die zivile Fussbekleidung eine Umgestaltung. In meinem Vortrag möchte ich die beiden Initiativen schildern, verbindende Kontinuitäten im Denken skizzieren und ins jeweilige Zeitumfeld («Geistige Landesverteidigung») einordnen.

 

Tobias Ehrenbold
Sneakers und Folklore: Batas Werbekampagne für die «einzige Schweizer Gummischuhfabrik»

Der Eintritt von Bata in den Schweizer Schuhmarkt schreckte die nationale Konkurrenz um den mächtigen Bally-Konzern auf. Mit der Begründung, die «billigste Massenware» von Bata schade dem «schweiz. Qualitätsprodukt», riefen die Schuhverbände 1934 einen «Bata-Boykott» aus, welcher den Handel mit dem seit 1929 in der Schweiz präsenten Unternehmen verbot. Neben der ausländischen Herkunft – Bata wurde 1894 in Zlin (Tschechien) gegründet – war vor allem die Verwendung von Gummi ein Zankapfel. Der Vortrag legt die antagonistische Haltung dar, welche die Konkurrenz gegenüber Batas gummibesohlten Schuhen, Galoschen und Stiefeln einnahm. Eine kulturhistorische Studie des Marketings von Bata während der 1930er-Jahre zeigt, wie das Unternehmen seine als «fremdartig» und «unhygienisch» diffamierten Schuhe zur Konstruktion eines dezidiert schweizerischen Images nutze. Bata stellte sich im Zuge der sogenannten «Geistigen Landesverteidigung» wirkungsmächtig als «einzige Schweizer Gummischuhfabrik» dar. In den folgenden Jahren stilisierten bekannte Werbegrafiker (u.a. Leupin, Brun, Eidenbenz) die ersten in der Schweiz hergestellten Turnschuhe mit Gummisohle zu einer Ikone des aufkommenden Breitensports. Heute gilt der sogenannte Plimsole aus Leinentuch und Gummi als Klassiker der «Sneaker Culture».

 

Birgit Haase
«Walking in Crocodile» – Modische Damenschuhe aus Reptilleder

Seit den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts und besonders im folgenden Jahrzehnt kamen elegante Accessoires, darunter auch luxuriöse Damenschuhe aus exotischen Reptilledern, zunehmend in Mode. Dies ist bekannt und durch zahlreiche erhaltene Objekte sowie zeitgenössische Fotografien und Werbeanzeigen dokumentiert. Die Gründe für die Entstehung des neuen modischen Trends liegen bislang allerdings weitgehend im Dunkeln; es lassen sich darüber nur Vermutungen anstellen. Neben ästhetischen und kulturellen Aspekten dürften technische Neuerungen und ökonomische Bedingungen diesbezüglich eine Rolle gespielt haben.
Der Vortrag umreisst das Thema anhand verschiedener, teilweise unbekannter Sach- und Bildzeugnisse und bietet erste Überlegungen zu Ursprung und Genese der Reptillederschuhmode, die in den 1920er Jahren ihren Ausgang nahm, in den 1930er Jahren einen ersten Höhepunkt erlebte, im Krieg teilweise durch Ersatzstoffe lebendig gehalten wurde und in den 1950er Jahren erneut aufblühte. Die – zunächst versuchsweise – formulierten Denkansätze und Thesen sind als Ausgangspunkte für weitere Diskussionen zu verstehen.

 

Ursula Helg
Dem Anderen auf die Füsse geschaut. Barfusssehnsucht versus Designerschuhbluff. Zwei Fiktionen der Moderne und ihre (transkulturelle) Verflechtung

So direkt im Westen die Absenz von Schuhen mit der Absenz von Zivilisation in Verbindung  gebracht wurde, so konstant hielt sich hier die Sehnsucht nach dem Barfussgehen als Ausdruck eines natürlichen, ursprünglichen Daseins. Und so überzeugt der Westen (nicht zuletzt im Bereich von Bekleidung und Schuhen) von seiner zivilisatorischen Überlegenheit war, so suspekt blieben ihm letztlich die Aneignungsformen seiner Errungenschaften durch andere Kulturen.
In meinem Vortrag werden am Alltagsding «Schuh» festgemachte Fiktionen aus verflechtungsgeschichtlicher Perspektive vergegenwärtigt und mit Fokus auf den westlichen Designerschuh als Trophäe der Moderne bei den kongolesischen Sapeurs sowie bei den ivorischen Bluffeurs diskutiert. Welche Auffassungen von Schein und Sein treffen in der Barfusssehnsucht und im Designerschuhbluff aufeinander? Und was hat es mit den Performanzen angeblicher Natürlichkeit und bewussten Bluffs auf sich?

 

Martin Kamer
«Lydia de Acosta Lydig’s Shoes by Pietro Yantorny»

An Italian shoemaker and his Cuban-American client Rita de Acosta Lydig (1875–1929) are the protagonists of my talk. Yantorny the self-styled «most expensive shoe-maker in the world» and the socialite Mrs Lydig.
Mrs Lydig, a celebrated beauty who travelled continuously between New York, Paris and London, is mostly remembered through her wardrobe of Callot Soeurs couture clothes and Yantorny shoe trunks, now preserved at The Costume Institute at The Metropolitan Museum of Art in New York. Yantorny was the supreme shoe-maker/artist of the late Belle Epoque and early Twenties. In Mrs Lydig he found his ideal client: immensely rich, beautiful, stylish and glamorous. She not only bought shoes from him; she also brought him many unusual materials and commissioned him to concoct creations of rare beauty. As we shall see, theirs was a very fruitful collaboration, as was Mrs Lydig’s with the Callot Soeurs, whom she commissioned to design clothes to complete a total fashion look with her Yantorny shoes. Mrs Lydig also inspired society painters, such as Boldini, John Singer Sargent and Helleu, as well as photographers, such as Steichen, Baron de Meyer and Gertrude Kaesebier. I would like to show you the interdependence between the glamorous world of the haute-monde and the world of the fine arts at the end of the Belle Epoque, which came to such an abrupt end in 1914 with the beginning of World War I.

 

Kerstin Kraft
Alltags(schuh)moden der 1930er und 1940er Jahre

Um das sehr weite Feld der Mode und Bekleidung darstellbar zu machen, werden in der Literatur neben einer epochal-chronologischen meist weitere Einteilungen vorgenommen und Kategorien gebildet. Diese trennen häufig die Kleidung von Männern, Frauen und Kindern von den sogenannten Accessoires, wie Schuhen, Handtaschen, Kopfbedeckungen, Schals, Handschuhen etc. Im Vortrag werde ich diese Trennung aufheben und auf die Zusammenhänge von Schuh- und Schnittformen der Frauenbekleidung und deren modischer Entwicklung eingehen. Dies geschieht an ausgewählten Beispielen aus dem Zeitraum zwischen 1930 und 1945.
Da die Alltags(schuh)mode hierbei im Fokus steht, werden auch die Zusammenhänge und Differenzen zwischen modischen Idealen und Vorbildern, wie der Haute Couture oder der Garderobe von Filmstars, und real – im Alltag – getragener Bekleidung thematisiert.
Um die alltagskulturellen Formen von Bekleidung und Accessoires zu untersuchen, dienen unterschiedliche Zeitschriften mit ihren Modezeichnungen und -fotografien sowie Privatfotografien als Hauptbildquellen. Darüber hinaus werden Schriftquellen, Ergebnisse von Objektanalysen und Zeitzeugenbefragungen berücksichtigt.
Ausblickend wird dieses quellen- und methodenpluralistische Vorgehen reflektiert und auf die Arbeit mit Firmenarchiven bezogen.

 

Gertrud Lehnert
Luxus – Positionen und Konzepte

Was Luxus ist, ist kaum eindeutig festzulegen. Definitionen sind zeitgebunden und von vielen Faktoren abhängig. Der Vortrag skizziert einige grundlegende Konzepte von Luxus seit dem 18. Jahrhundert und diskutiert sie am Beispiel der denkbar gegensätzlichen Moden der Konkurrentinnen Coco Chanel und Elsa Schiaparelli.

 

Patricia Mears
«Elegance in the Age of Crisis: Fashions of the 1930s»

On view at the Museum at FIT in the spring of 2014, this exhibition presented the great technical and aesthetic developments that led to the creation of truly «modern» clothing. The decade’s hallmark style – fluid, unstructured, and body-conscious yet elegantly proportioned – was a marked break from the sculpted and rigid alterations of the human form that characterized the attire of the preceding Victorian and Edwardian periods, and from the shapeless, tubular silhouettes of the 1920s as well. Inspired by the streamlined aesthetic and enriched by softer textiles, innovative tailors and dressmakers crafted clothes with shape and form, but systematically «deconstructed» them by removing padding and boning.
«Elegance» was the first exhibition to compare women’s high fashion to bespoke menswear, and to do so from an international perspective. Furthermore, because of its focus on craftsmanship, the exhibition highlighted less well-known couturiers, such as Madeleine Vionnet and Augustabernard, as well as tailors, such as Fredrick Scholte and Vincenzo Attolini.
The trend towards softer and classically-proportioned clothing for both men and women was complemented by hand-crafted hats, gloves, jewelry and especially shoes. Masterfully-crafted footwear by André Perugia for women and George Cleverley for men as well as shoes worn by Fred Astaire were also key elements of the exhibition.

 

Alexandra Murray-Leslie
BIPEDShoes: computational footwear as tools for the feet

The field of New Interfaces for Musical Expression (NIME), and its sub-genre, Digital Musical Instrument design (DMI), is a relatively young area of exploration. This is especially true of wearable DMI for the feet, the topic of this research; like each new field, wearable DMI is still taking shape.
The research explores ideas of designing aesthetic, visual and acoustic wearable DMI footwear and their impact on dramaturgy in performance. The BipedShoe project acknowledges past developments in footwear and looks at symbolic experiences with technologically enhanced aesthetic prosthetic extensions of the body. Acoustically and visually aesthetic, mechanical and sensorial extensions and their movements are explored and documented. The impacts of the different choices throughout the development process are considered. Theories of creativity and movement using these body-centric devices are learnt and adopted to arrive at ways this knowledge can impact dramaturgy in performance. Focussing on the body and its capacity for movement opens up potential to explore the body with foot-centred musical devices. Through my praxis, I demonstrate how engaging the feet with foot-worn musical instruments affects ideation, movement and associated sounds.
The research also presents a series of shoe-based prototypes made by the «artformance» group Chicks on Speed and shoe designer Max Kibardin and their utilisation in experimental workshops, live art and exhibitions.
The BipedShoe project is being undertaken in academic, scientific and artist-in-research residencies; the collaboration includes researchers at The University of Technology, Sydney (Creativity and Cognition Studios, School of Software), The University of Western Australia (SymbioticA, School of Anatomy, Physiology and Human Biology) and Penn State University (Kinesiology, School of Visual Arts), with funding from the European Union and Australia Council for the Arts.

 

Rosita Nenno
Roger Vivier und der Modelldienst der S.A. Laboremus, Paris. Die Eroberung des nordamerikanischen Marktes in den 1930ern

Von 1932 bis zum Kriegsbeginn fertigte der Franzose Roger Vivier im Auftrag der S.A. Laboremus, einer Tochter der Heyl‘schen Lederwerke Worms-Liebenau mit Sitz an der Pariser Place Vendôme, Schuhschäfte und Prototypen. Nach ersten Begeisterungsstürmen setzte ihn die Laboremus gezielt für den nordamerikanischen Schuhmarkt ein; seine Abnehmer waren u.a. I. Miller und Delman in New York. Vivier entwarf Modelle aus den feinen, in Worms gegerbten Chevreauledern, deren Nuancen auf die Pariser Stofffarben sensibel abgestimmt waren oder sich mit Goldauflagen und Strukturprägungen für elegante Abendsandaletten vor schlichten Roben glänzend abhoben. Die asymmetrischen Schnitte und detailverliebten Kreationen, die seine Formensprache von Beginn an ablesen lassen, prägten fast 70 Jahre lang den internationalen Modemarkt, u.a. für Christian Dior und Yves Saint-Laurent. Der «Fabergé» im Schuhbusiness war innovativ bis ins hohe Alter: Er starb 1998, nachdem er mit einer Plexiglas-Sandalette zuletzt für Furore gesorgt hatte.

Das DLM Deutsches Ledermuseum Schuhmuseum Offenbach besitzt 50 Prototypen des Meisters aus den 1930er Jahren – Geschenke des Barons von Heyl –, die Einblick in das bis dato kaum erforschte Frühwerk Roger Viviers gewähren. Die Vortragende konnte dazu auf die reichen Archivbestände in Worms zurückgreifen, welche die Zusammenhänge des damaligen Marktes erst durchschaubar machen. Die Ausstellung «Roger Vivier: SchuhWERKE» präsentiert bis zum 7.12.2014 erstmals die Ergebnisse und wird ab Februar 2015 im Nederlands Leder & Schoenen Museum in Waalwijk gezeigt.

 

Daniel Nerlich
Wirtschaftsarchive in der Schweiz

Privatunternehmen sind in der Schweiz – von den Vorgaben hauptsächlich des Obligationenrechts abgesehen – in ihrem Archivierungsentscheid grundsätzlich frei. Führen sie Archive, stehen diese im Spannungsfeld dreier divergierender Interessen: jenes der Aktenbildner, jenes der Informationsnachfragenden und schliesslich jenes von Drittpersonen, die im Archivgut dokumentiert sind.
Immaterialgüterrecht, Öffentlichkeitsprinzip bzw. Datenschutz- und Persönlichkeitsschutzrecht sind deshalb drei massgebende Rechtskategorien, die es sich zu vergegenwärtigen gilt. In ihnen wird bei der Anlage der Archive wie auch bei deren Nutzung um diesen heiklen Interessenausgleich gerungen.
Professionell betriebene Firmenarchive belegen in unterschiedlicher Ausprägung, dass weder die Grösse eines Unternehmens noch die Gesetzesgrundlage hinreichende Voraussetzungen für ihre Existenz sind. Entscheidend ist vielmehr die Überzeugung der Akteure vom Wert gut organisierter Firmeninformation.
Das inhaltliche Konzept der Überlieferungsbildung und die Anbindung der Archive hängen dann davon ab, ob beispielsweise die Transparenz der eigenen Geschäftstätigkeit im Vordergrund steht oder ob das History Marketing und die Unternehmenskommunikation befördert werden.
Bei Firmenkonkursen und Fusionen spannen öffentliche Archive ihre – zugegeben, unterschiedlich engmaschigen – Auffangnetze. Im besten Fall durch das gemeinsame und ausgewogene Engagement von privater und öffentlicher Hand kommt es dabei zu nachhaltigen und langfristigen Archivierungslösungen mit Gewinn für alle Beteiligten.

 

Workshop 1: Unternehmensarchive – Chancen und Probleme
Input-referat: Christoph Schön, Hanro-Archiv, Liestal

Workshop 2: Archiv und Museum
Input-Referat:Tido von Oppeln, Werkbundarchiv-Museum der Dinge, Berlin

Workshop 3: Archiv und Forschung
Input-Referat: Alexis Schwarzenbach, Hochschule Luzern

 

Adelheid Rasche
Tradition und Aktualität: Bally-Werbeplakate

Der Vortrag stellt die grafisch hervorragend gestalteten Plakate der Firma Bally vor, von denen sich weit über 100 Motive in der Sammlung des Museums für Gestaltung in Zürich befinden. Der Fokus liegt dabei auf den Plakaten mit modischen Schuhen. Beleuchtet werden unter anderem die Frage nach einer Wechselwirkung zwischen Mode und Accessoires wie auch gestalterische Besonderheiten der verschiedenen Plakatserien.

 

Anna-Brigitte Schlittler
«Isch das Fräulein ächt au blind?»

In der Geschichte der Schweiz während des Zweiten Weltkriegs spielt die satirische Zeitschrift Nebelspalter eine besondere Rolle: Sie gilt als Bastion gegen jede Art totalitärer Gesinnung und Hort demokratischer Tugenden. Erstaunlicherweise setzt sich dabei eine – verglichen mit anderen, ähnlich orientierten (ausländischen) Medien – grosse Anzahl von Karikaturen verschiedener Zeichner mit dem modischen Erscheinungsbild, insbesondere auch mit exaltiertem Schuhwerk, auseinander.
Ins Blickfeld gerät dabei auch die Firma Bally: Die vielen hundert Prototypen, die auch während der Kriegsjahre entworfen wurden, reflektieren das – durchaus zwiespältige – Selbst- und Fremdbild als führendes Modeunternehmen. So wird etwa Ballys Werbekampagne, die Holzsohlenschuhe als patriotischen Modeartikel zu vermarkten, aufs Korn genommen. Daneben finden sich im Nebelspalter Dauerbrenner wie (weibliche) Modetorheiten und zeitspezifischen Themen wie Materialknappheit und Ersatzmaterialien. Besonders auffällig ist aber ein umfangreiches Konglomerat von Karikaturen, die anfangs der 1940er Jahre einen vehementen Antiamerikanismus mit Angriffen auf abweichende Geschlechterdefinitionen verbinden, personifiziert im weichlichen «Swingling» und im aggressiven «Tüpfi». Fast alle Zeichnungen kulminieren dabei in sorgfältig gezeichneten Plateau-Schuhen, die als Inbegriff von Oberflächlichkeit und Dekadenz erscheinen.

 

Elizabeth Semmelhack
Accessories of War: Gender Politics and Platforms during World War II

As the Second World War was brewing, the platform shoe re-entered fashion. Moving from the beach to the ballroom, designers such as Ferragamo and Perugia transformed platforms into luxury footwear, which quickly became a staple of the fashionable-forward woman’s wardrobe in both Europe and North America. Despite the platform’s currency within the fashion world, it did not possess much erotic appeal – heels remained a central accessory in men’s erotica. This split between the fashionable and the alluring female would serve a multiplicity of purposes during the coming war years. This paper will explore the various constructions of femininity promoted by platforms during the war period from Hollywood to Paris and will chart its demise in the post-war period, when fashion came into greater alignment with erotic ideals and the stiletto was invented.

 

Daniel Späti
«Funktionale» Schuhe – die Entwicklung der Gebrauchsschuhe, deren Ausdifferenzierung und die Schnittstellen zur Mode

Mit der einsetzenden Schuhreform ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurden vermehrt anatomische Aspekte in der Konstruktion und Gestaltung von Schuhen berücksichtigt. Eine verstärkte Ausdifferenzierung des Schuhwerks gemäss ihrem jeweiligen Gebrauch setzte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ein. Die Schuhe unterschieden sich zunehmend je nach Arbeitsgebiet oder Sportart, was insbesondere durch technologische Entwicklungen und die neuen Möglichkeiten der Freizeitgestaltung beeinflusst wurde. Dies zeigte sich am deutlichsten in der Ausformung und Beschaffenheit der Sohlen oder neuartigen, sich stetig ändernden Konstruktionsdetails. Der Siegeszug des Halbschuhs setzte ein; dieser löste den Stiefel als wichtigsten Schuhtypus ab. Der Begriff der «Funktionalität» beziehungsweise die Gewichtung einzelner Funktionskriterien und die Bedürfnisse der Kunden unterlagen einem Wandel. Neben dem Schutz der Füsse, also den physischen und technischen Aspekten, gewannen modische Funktionen, wie symbolische, soziale und emotionale Gesichtspunkte, in der Schuhgestaltung an Bedeutung und hielten auch bei Gebrauchsschuhen Einzug.
Der Beitrag beschreibt die Entwicklung der Gebrauchsschuhe, deren funktionale Ausdifferenzierung im Bereich der Arbeits-, Militär- und Sportschuhe sowie die Schnittstellen zur Mode in besagtem Zeitraum. Darin verwoben sind Diskurse zu Themen wie Funktionalität, Produktgestaltung, Uniformität und Einfluss der Mode.

 

Maria Spitz
Der sportlich-elegant gekleidete Herr der 1930er Jahre

Die Draiflessen Collection, Mettingen, bewahrt verschiedene Quellengattungen aus dem Bereich der Herrenkleidung der 1930er Jahre. Darunter befinden sich ein sportlicher Anzug mit zugehörigen Schuhen sowie Ton- und Filmdokumente, Zeichnungen und Inserate aus dem Bereich der C&A-Werbung. Der Vortrag stellt eine Auswahl dieser Quellen vor und beleuchtet anhand des Vergleichs mit dem von Baron von Eelking herausgegebenen Herrenjournal deren Aussagewert für die Herrenmode – Kleidung und Schuhe – jener Dekade.
Der Werbung zufolge trat der gutgekleidete Mann in Anzügen auf, deren figurbetonte Sakkos mit hoher Taille, engen Hüften und kurzem Revers zu weiten Hosen getragen wurden. Kombiniert wurden diese Sakkoanzüge mit Hemd, Krawatte und Einstecktuch, Halb- oder Gamaschenschuhen und Hut. 1932 lancierte C&A mit „Formtreu“ seine erste Eigenmarke. Kleidungsstücke dieser Marke zeichneten sich durch aufwendige Einlagen mit Rosshaar aus, die für einen perfekten Sitz mit gerundeter Brust und rollendem Revers sorgten. Bei den Mänteln dominierten die Ulster-Paletots – zweireihig mit breiten Schultern –, die sich als Zwitter aus dem schweren und wuchtigen Ulster und dem zweireihigen, taillierten Paletot für alle Gelegenheiten eigneten. Waren die Gelegenheiten weniger formal, entsprachen die sportlichen Anzüge dem lässigeren Kleidungsstil. Die zu solchen Anzügen gehörigen Jacken waren weiter geschnitten und verfügten über Falten in der Rücken- und der Brustpartie sowie einen Riegel oder Gürtel in der Taille und ermöglichten so grosse Bewegungsfreiheit.

 

Anne Sudrow
Mode als Wissensproblem in den europäischen Schuhunternehmen der Zwischenkriegszeit

In der Zwischenkriegszeit barg die Mode gleichzeitig bislang ungekannte Chancen und grosse Probleme für die Unternehmen der Schuhindustrie verschiedener europäischer Länder. Einerseits erlaubten die Entwicklung neuer Herstellungsprozesse und neue Methoden der Vermarktung die Massenproduktion von Saisonschuhwerk statt der vorher dominanten Standardware; mit ihnen setzte sich das neue Produktformat des Modeschuhs auch in Teilen der Grossserienfertigung durch. Andererseits erfuhren die Unternehmer die Wechsel in der Nachfrage – vor allem der weiblichen Konsumenten – als Steuerungsproblem und als Produktions- und Absatzrisiko. Ein Grund für die sehr negative Bewertung der Mode durch die Unternehmer war, dass diese kaum Wissen über Konsumprozesse und KonsumentInnenpräferenzen besassen. Oft bekämpften sie die Mode. Diese Beobachtung widerspricht der in der Wirtschafts- wie auch in der Konsumgeschichte vielfach vertretenen Vorstellung von der Mode als von den Unternehmen bewusst genutzter «Konsumverstärker». Im Vortrag wird aufgezeigt, welche unterschiedlichen Strategien die Unternehmen ergriffen, um die Mode in ihrem Sinne zu «disziplinieren», und welche Rolle dabei neue wissenschaftliche Disziplinen und Wissensformen spielten. In diesen Prozessen entstand schliesslich eine neue Auffassung davon, was das Wesen der Mode sei.

 

Katharina Tietze
Schönenwerd – New York. Abendschuhe in den 1930er Jahren

Im Bally-Firmenarchiv fällt die Menge von extravaganten Abendschuhen für Frauen in den 1930er Jahren ins Auge: Sandalen und Pumps aus goldenem und silbernem Leder, kombiniert mit farbigem Satin oder Rips in eleganten Formen und mit feinsten Verzierungen. Wie lässt sich dieses Konvolut kostbarer Objekte, zu denen nur mehr Jahreszahlen existieren, einordnen und bewerten? In meinem Beitrag ziehe ich dafür die US-amerikanische Vogue zu Rate, 1892 gegründet und in den 1930er Jahren durch Mitarbeiter wie Cecil Beaton, Edward Steichen und die Chefredakteurin Edna Woolman Chase auf der Höhe ihrer Zeit. Im Gegensatz zu zeitgenössischen europäischen Modemagazinen hatte die Schuhmode hier schon einen festen Platz. So geben Anzeigen und redaktionelle Beiträge Auskunft über neue Formen und Materialien, aber auch Trageanlässe und zugehörige Kleidermode. Für die Firma Bally waren die USA zudem ein wichtiger Absatzmarkt. So finden sich auch Bally-Schuhe in der US-Vogue. Fotografiert wurde die Schuhmode u.a. von Edward Steichen. Diese Fotografien bilden einen spannenden Gegenbestand zu den Schuhen im Archiv; so gerät nicht nur die eigentliche Schuhmode, sondern auch die Modefotografie anhand des sehr spezifischen Gegenstandes Schuh in den Blick.

 

Stefan Roland Rechsteiner / Patrick Rüegg (VELT)
Denkstrukturen für eine neue Vielfalt an Herrenschuhen

VELT generiert eine neue Vielfalt an Herrenschuhen und entwickelt Alternativen, die der Markt noch nicht kennt. Das Spannungsfeld der Produkte liegt zwischen klassischen Herrenschuhen und Sneakers, deren Stile auf gekonnte Weise verschmelzen. Dabei wirken die Entwürfe weder aufgesetzt noch erzwungen. Die Kollektionen entsprechen einer neuen Auffassung von Männlichkeit. 
Beim Entwurf ist VELT der Ansicht, dass es nicht zwingend neuer Materialen oder Technologien bedarf, um Neues zu schaffen. Das Vorhandene zu beherrschen und neu zu kombinieren bietet noch unendliche Möglichkeiten. Für unverwechselbare Entwürfe ist die eigene Geisteshaltung entscheidend.
Anhand einer Vielzahl verschiedener Ansätze wird das Spektrum der Möglichkeiten für kommende Entwürfe fassbar. Alternativen zu generieren ist elementar. Zu oft leben wir ganz komfortabel mit einer Variante und vergessen dabei was noch möglich wäre. Der Markt bildet nie alle Möglichkeiten ab; er bedient lediglich eine Mehrheit, welche die Alternativen nicht kennt. Deshalb benötigt es Designer, die fähig sind, diese Alternativen zu entwickeln und aufzuzeigen. Dabei ist die intellektuelle Auseinandersetzung mit dem Entworfenen genauso wichtig wie der Entwurf selbst.  
VELT gewährt Einblick in ihre Denkstrukturen und erläutert ihre Designauffassung.

 

Roman Wild
«Frau Mode spielt auf!» Überlegungen zu modischen Sprachbildern und Diskursen in der Schweiz, 1918–1948

Im Referat werde ich Schuhmode als historisches Phänomen von gesellschaftlicher Totalität modellieren. Ich zeige auf, dass das zeitgenössische Sprechen über Mode (und die imaginierten sozialen und ökonomischen Folgen) metaphorisch durchsetzt war und Unwissen und Unbehagen zu verhüllen suchte. Während das Sprechen in der Zwischenkriegszeit äusserlich erstarrte, wurde es inhaltlich von diversen Akteuren mit spezifischen Motiven und Interessen aufgeladen. Modekritische Verlautbarungen können in der bürgerlichen Frauenbewegung, bei Lebensreformern und Medizinern, verbandlich organisierten Schuhmachern, Sozialwissenschaftlern, ja selbst bei Bally-Direktoren nachgewiesen werden.

Informationen und Anmeldung

Der Tagungsbeitrag von 50 CHF ist vor Ort zu bezahlen. Für Studierende und Mitglieder des netzwerk-mode-textil e.V. ist die Teilnahme kostenfrei. Anmeldungen und Informationen bis am 15. Oktober 2014 über . Bitte geben Sie an, ob Sie an einer der beiden Führungen vor der Tagung teilnehmen.

Ort
Museum für Gestaltung,
Vortragssaal
Ausstellungsstrasse 60
8005 Zürich
Schweiz
Google Maps

Anfahrt
Haltestelle «Museum für Gestaltung» der Tramlinien 4, 13 und 17 oder zehn Minuten zu Fuss vom Zürcher Hauptbahnhof

Tagungssprachen
Deutsch und Englisch

Gestaltung
Sarah Pia

Coding
Die Grafischen

Abbildungen
Schuhe von Bally aus den 1930er und 1940er Jahren
Fotos: Manuel Fabritz, ©Bally

Organisation

Eine Kooperation des Institute for Cultural Studies in the Arts
mit dem Institut für Designforschung, gefördert durch
den Schweizerischen Nationalfonds.

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www.styleanddesign.ch